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Meisterkurse Klavier

Folgende Pianisten führten an der Landesmusikschule Bad Goisern Meisterkurse durch:

  • Prof. Ludwig Hoffmann (Musikhochschule München, Musikhochschule Wien)
  • Claude Helffer (Paris)
  • Univ. Prof. Alfons Kontarsky
 (Musikhochschule Mozarteum Salzburg)
  • Univ. Prof. Karl Heinz Kämmerling
 (Musikhochschule Salzburg, Musikhochschule Hannover)
  • Univ. Prof. Ayami Ikeba 
(Musikhochschule Graz, Musikhochschule Augsburg)

BIOGRAPHIEN

Prof. Alfons Kontarsky, Musikhochschule Mozarteum Salzburg
Geboren 1932.
 Aufgewachsen in Iserlohn (Westfalen). Früh Organistendienst. Als kleiner Junge von acht Jahren beherrschte ich eine Orgel mit drei Manualen und 50 Registern. Als der unmusische Pfarrer sich wegen des Vortrags einer Hindemith-Sonate während des Gottesdienstes schriftlich beim Vater beschwert und sich das »atonale Gewimmer« verbietet, steht der erste Berufsentschluß fest: Organist werde ich nicht!
Schon frühzeitig mit dem eineinhalb Jahre älteren Bruder vierhändig gespielt. Angenehmen Grundunterricht bei einem »Allroundgenie« der Stadt bis Kriegsende.
Mit sechzehn steht fest: Ich werde Musiker. Leistungen am Klavier steigen so rapid wie diejenigen im Gymnasium abfallen. Trotz einiger Mühe die Matura absolviert. Schwerste Prüfung meines Lebens.
Vier Semester an der Hochschule für Musik in Köln studiert: Klavier, Kammermusik, Dirigieren. Dirigieren aufgegeben wegen freundlichen Naturells und Fehlens jeglicher tyrannischer und diktatorischer Fähigkeiten. Kann aber heute noch schwierige Partituren vom Blatt lesen und spielen.
Wichtigstes Ergebnis der Kölner Studienzeit: Eine hübsche Cellistin kennengelernt, seit 38 Jahren mit ihr verheiratet.
1955 am ARD-Wettbewerb München mit dem Bruder Aloys den ersten Preis im Fach Klavierduo errungen. Noch ein Jahr Weiterstudium der klassischen Literatur für zwei Klaviere beim großen alten Mann Eduard Erdmann. Dann Beginn einer steilen Karriere unter dem Markenzeichen Klavierduo Kontarsky. Reisen in alle wichtigen Musikländer der Welt. Nur die ehem. UdSSR lädt zweimal ein und ohne Angabe von Gründen wieder aus. Pech für die Russen! Viele Schallplatten.
1983 erkrankt der Bruder schwer und das Klavierduo erlischt. Seitdem Zusammenarbeit mit zum Teil international bekannten Musikern sowie zunehmend solistische Verpflichtungen.
Nachtrag: Nie eine Klavierprüfung abgelegt, nie ein Pädagogikum gemacht. Trotzdem:
1967 Klavierprofessur an der Hochschule für Musik in Köln. Bedenken wegen mangelnder pädagogischer Erfahrung werden vom Direktor beiseite gewischt: »Fangen Sie mal mit der Arbeit an, Sie werden bald merken, daß immer dieselben Stücke gespielt werden.« Hat sich leider bestätigt. Schüler, die ungebräuchliche Musik arbeiten wollen, zum Beispiel Carl Maria von Weber, Max Reger und Karlheinz Stockhausen, kann man mit der Laterne suchen.
Später Hochschule München, verbunden mit der Umsiedlung nach Bayern an den Starnberger See. Erster Vizepräsident der Hochschule in München und Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Mitglied des Deutschen Musikrats.
Größter persönlicher Erfolg in München: Er kann jetzt aus dem Stegreif eine Rede halten.
Größter Erfolg für die Hochschule: 1982 anläßlich einer Rektorenkonferenz Festessen organisiert. Kollegen reden noch heute davon.
Einige Jahre später von den listigen Österreichern abgeworben und ausgewandert ins Land Salzburg. Seitdem Professor für Klavier und Klavierkammermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst »Mozarteum« in Salzburg.
Fragen nach einem Hobby werden so beantwortet: Ein Hobby ist eine Erfindung für Leute, die einem ungeliebten Beruf nachgehen. Trifft bei mir nicht zu! Trotzdem:
1. Pilzexperte (trotz Tschernobyl)
2. Amateurkoch (guter, wie Freunde behaupten)
3. Weintrinker (trockener Weisser)
4. Gourmet
5. Wandert im Gebirge
6. Schwimmt gerne
7. An und für sich gutes Gedächtnis wird durch Erlernen von Gedichten geschult (aus dem Stegreif können an die hundert Gedichte von Busch, Morgenstern, Ringelnatz und Kästner rezitiert werden).
Ansonsten friedfertig und pflegeleicht.

Claude Helffer (*1922)
gehört zu den bedeutenden Pianisten Frankreichs. Wichtige Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Boulez und Xenaxis haben ihm zahlreiche Werke gewidmet. Aus der Tradition von Claude Debussy entwickelte er seinen persönlichen Zugang zur zeitgenössischen Musik, welche er immer wieder bedeutenden klassischen Werken gegenüberstellte. Die Klaviersonaten von Pierre Boulez hat er uraufgeführt, das Klavierkonzert von Schönberg wurde von Claude Helffer sowohl mit den Wiener als auch mit den Berliner Philharmonikern etabliert. Sein weiteres Spezialgebiet ist das Klavierwerk von Claude Debussy, dessen Préludes und Etüden er für den Durand Verlag als Urtextausgabe heraugegeben hat, und dabei zahlreiche neue Ansätze für die Interpretation entdeckte


Prof. Ludwig Hoffmann
Ludwig Hoffmann erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Prof. Weingarten, Prof. Rössler und Prof. Schmidt-Neuhaus. Ergänzende Studien bei Marguerite Long und Arturo Benedetti Michelangeli erweiterten seinen künstlerischen Horizont. Seit 1954 entfaltete er eine rege Konzerttätigkeit, die ihn rund um die Welt führte und ihn zu einem der profiliertesten deutschen Pianisten seiner Generation machte. Fernseh- Radio und Schallplatteneinspielungen dokumentieren seine umfangreiche künstlerische Tätigkeit. Mit seiner Interpretation der Klavierwerke von Franz Liszt setzte neue Maßstäbe für eine ganze  Pianistengenaration. Seit 1970 ist er Professor an der Musikhochschule in München. Er ist Jurymitglied bei über 25 renommierten internationalen  Wettbewerben. (u.a. Chopin- Wettbewerb in Warschau, Liszt-Wettbewerb in Budapest, St. Petersburg, Montreal, Sydney, Bozen, Genf,...) und leitete Meisterklassen in Maryland, München, Rotterdam und Weimar.
He studied the piano in Vienna, Berlin and Cologne, and in master classes with Marguerite Long and Arturo Benedetti Michelangeli. He has been a renowned concerto pianist performing all over the world since 1954. He has made his mark as a demanded interpreter of Franz Liszt. Ludwig Hoffmann has been a distinguished professor at „Hochschule München“ and has been a constant jury  member of the following competitions since 1970: Athene, Barcelona, Bolzano, Brussels, Budapest, Geneva, Florence, Hamburg, Jean, Maryland, Montreal, St. Petersburg, Sydney, Vercelli, Warsaw, Wien, Zwickau etc....

Prof. Ayami Ikeba
wurde in Japan geboren.Sie studierte in Warschau, München, Hannover, London und Salzburg mit Ludwig Hoffmann, Alfons Kontarsky, Regina Smendzianka und Heinz Kämmerling. Sie war bei wichtigen internationalen Wettbewerben erfolgreich; so gewann sie 1977 den Busoni Wettbewerb und erreichte ein Diplom beim Chopin-Wettbewerb in Warschau.Ihre Konzerttätigkeit führte sie in die USA, Japan und in die meisten Länder in Europa.Seit zehn Jahren arbeitet sie als Korrepetitorin mit Wolfgang Schneiderhahn in Luzern und seit 1991 mit Anna Sophie Mutter.Mit Alfons Kontarsky unternahm sie ausgedehnte Konzertreisen als seine Duopartnerin. Sie trat bei verschiedensten Kammermusikkonzerten mit bekannten jungen Musikern wie Benjamin Schmid auf. Sie ist Professorin und Leiterin einer Konzertfachklasse an der Universität für Musik in Graz und Dozentin an der Musikhochschule Augsburg.

Prof. Karl Heinz Kämmerling
studierte bei Anton Rohden und Hugo Steurer an der Musikhochschule Leipzig, wo er im folgenden als Assistent in der Klasse von Prof. Steurer wirkte. Anschließend unterrichtete er an der Städtischen Musikschule Braunschweig, dann an der Niedersächsischen Musikschule Braunschweig. Er lehrt als Professor für Klavier an der Hochschule für Musik „Mozarteum“ Salzburg und an der Hochschule für Musik in Hannover, wo er auch sechs Jahre lang als Vizepräsident fungierte. Er ist Gründer und langjähriger Präsident der EPTA Deutschland, Preisträger für Wissenschaft und Kunst des Landes Niedersachsen, Mitherausgeber der Zeitschrift „Üben und Musizieren“, Vorstandsmitglied der Internationalen Musikakademie für Solisten, langjähriges Mitglied der Musikerkommission beim DAAD und Vorsitzender der Musikerkommission der Deutschen Studienstiftung, Mitglied des Beirats der Karl-Böhm-Stiftung in München und des Instituts für Begabtenforschung und -förderung an der Universität Paderborn sowie Mitglied des Vorstands der Internationalen Musikakademie für Solisten. Er war Juror bei zahlreichen internationalen Wettbewerben, z. B. in Leeds, Brüssel, Moskau, Warschau, München und Leipzig. Er leitete Meisterkurse in mehreren europäischen Ländern, in den USA, China und Japan. Zu seinen Schülern zählen etwa 50 internationale und 80 nationale Preisträger; zehn seiner Absolventen sind als Professoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. 1999 erhielt er das Verdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2000 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.